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Milchfieber, auch Hypocalcämie oder Gebärparese genannt, gehört weltweit nach wie vor zu den bedeutendsten Stoffwechselstörungen der Milchkuh. Die klassischen Symptome treten in der Regel unmittelbar nach dem Abkalben oder schon davor auf. Milchfieber resultiert aus einer Störung der Calciumresorption und der Calciumregulation. Um das Abkalben herum werden schnell große Mengen Calcium für die Kolostrumbildung benötigt. Die benötigte Menge ist im Blut nicht verfügbar und muss über die Freisetzung von Calcium aus den Knochen ausgeglichen werden. Gelingt dies nicht im erforderlichen Maße, sinkt der Blutcalciumspiegel drastisch. Um das auszugleichen mobilisiert der Körper Calcium aus allen zur Verfügung stehenden Quellen, auch aus Muskulatur. Die Folge sind verschiedenste Funktionsstörungen. Jeder Milchfieberfall schlägt mit rund 350 € zu Buche (Milchleistungsverlust, nicht verwertbare Milch, Tierarzt- und Medikamentenkosten, erhöhter Arbeitsanspruch, vorzeitiger Abgang). Die Erkrankungshäufigkeit mit akutem Milchfieber liegt oft im Bereich von 8 bis 10 % der abkalbenden Kühe, wobei Kühe von der dritten Abkalbung an deutlich stärker betroffen sind (1 % beim zweiten Kalb, aber mehr als 20 % beim fünften Kalb).
Calciummangel führt zu verschiedenen Symptomen wie - mangelnder Aktivität der glatten und quer gestreiften Muskulatur führt zu Geburtsschwierigkeiten („Grätschen“) mit entsprechenden Folgeverletzungen - Gebärmuttervorfälle - Nachgeburtsverhaltungen und Gebärmutterentzündungen - Verschlucken, infolge des gestörten Schluckreflexes und dadurch Lungenentzündung - verminderte Milchleistung bis zum vollständigen Versiegen - vermehrte Euterentzündungen durch Zitzenverletzungen oder durch schwachen Zitzenverschluss - Schwächung allgemeiner Körperabwehr. Das klassische klinische Milchfieber verläuft in drei Phasen. 1. Phase Verläuft häufig unbemerkt, weil nur von kurzer Dauer (weniger als eine Stunde). Typische Zeichen sind Appetitverlust, Unruhe, Nervosität, Überempfindlichkeit, Schwäche, häufige Gewichtsverlagerungen, Schlürfen der Hinterfüße. 2. Phase Dauert eine bis zwölf Stunden. Die Kuh erscheint apathisch und lustlos, die Ohren sind kalt und die Nase trocken, mangelnde Koordination beim Laufen, sichtbares Muskelzittern, keine Aktivität im Verdauungstrakt und Verstopfung. Häufig fällt die Körpertemperatur und der Herzschlag ist deutlich erhöht (100 Schläge pro Minute). 3. Phase Die Kuh kann nicht mehr stehen, legt im Liegen den Kopf zum Bauch. Fortschreitender Bewusstseinsverlust bis zum Koma. Herzgeräusche werden unhörbar, die Herzschlagfrequenz steigt auf 120 Schläge pro Minute. Werden Kühe in diesem Stadium nicht umgehend behandelt, verenden sie.
Tritt Milchfieber innerhalb eines Jahres bei über 5% der Kühe auf besteht ein Bestandsproblem. Kritisch ist auch auch, wenn von den letzten zehn frisch abgekalbten Kühen ein bis zwei Tiere mit Milchfieber bzw. Calciummangel zeigen. Typisches Milchfieber tritt wenige Tage um die Abkalbung auf. In seltenen Fällen auch während des Trockenstehens. Kühe mit klassischem Milchfieber reagieren gut auf die entsprechende Behandlung.
Hartnäckiges oder untypisches Milchfieber ist eine Form des klinischen Milchfiebers, bei dem die Tiere nicht oder nur sehr gering auf die Behandlungen ansprechen. Die Kuh bleibt bei Bewusstsein, frisst und gibt Milch, aber kann nicht laufen und wird zum Problemfall. Subklinisches – also verborgenes- Milchfieber kann sowohl in der Spätlaktation als auch rund um die Abkalbung auftreten. Die Kühe sind aufgeregt und zeigen ein typisches Muskelzittern. Die Kühe liegen viel, sind abwechselnd warm und kalt und zeigen kaum Appetit. Rund 30 % aller abgekalbten Kühe haben subklinische Gebärparese.
 Hinweise auf subklinisches Milchfieber bei der Einzelkuh sind ■ Festliegen, ■ Kalte Ohren, ■ Maulatmung, ■ Speicheln. Hinweise auf subklinisches Milchfieber im Bestand sind: ■ Vermehrt Schwergeburten und Nachgeburtsverhaltung,
Zur erfolgreichen Behandlung von klinischem Milchfieber erhält die Kuh vom Tierarzt eine Calcium-Infusion. Milchfieber gezielt vorbeugen - Kühe optimal auf die Laktation vorbereiten mit Kulmin MFV Plus
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